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Auf die Spitze getrieben

 
Kritik aus: Kölnische Rundschau, 13. Okt. 2005


Kölnische Rundschau

Auf die Spitze getrieben 

Markus Stockhausen und Uwe Steinmetz im musikalischen Dialog der Blasinstrumente

von Sascha Kinzler

NEUSTADT-SÜD. Einen vielschichtigen musikalischen Dialog konnte das Publikum in St. Maternus verfolgen. In der Reihe "Klangvisionen" hatte der Veranstalter "Aktivraum" hier zu einem Bläser-Konzert geladen, bei dem der Trompeter Markus Stockhausen auf den Saxophonisten Uwe Steinmetz traf – letzteres mehr oder weniger im wahrsten Sinne des Wortes: Während des frei improvisierten Konzertes konnte man erleben, wie sich die beiden Musiker musikalisch umkreisten, annäherten, unterhielten und bisweilen sogar "duellierten".

"Es geht auch um die Stille zwischen der Musik. Wir möchten Sie deshalb bitten, in den Pausen nicht zu klatschen", sagte Rolf Zavelberg, der während des Konzertes auch die Lichtinstallationen bediente. Auf dieser Stille bauten die Musiker ihre Improvisationen auf. Markus Stockhausen platzierte sich links vor dem Altar und ließ den ersten Ton erklingen, Steinmetz antwortete von rechts.

Im Laufe des Konzertes verließen die Instrumentalisten ihre Plätze und durchwanderten die Kirche, abwechselnd als Solist oder als Begleitung. Sie bewegten sich bisweilen aufeinander zu, meist jedoch umkreisten sie sich – und es kam sogar zur "High-Noon"-Situation: Einander zugewandt standen die Musiker in den entgegengesetzten Enden der Kirche und spielten einander die Parts zu. Steinmetz griff dabei zu verschiedenen Saxophonen und einer Querflöte, Stockhausen antwortete zuweilen schrill mit Trompete.

Der Großteil der Musik jedoch blieb beschaulich, wobei Steinmetz und Stockhausen verschiedene Stimmungen erzeugten: Windgeräusche, Pferdeschnauben, Teekessel-Pfeifen oder Vogelgezwitscher wurden imitiert. In diesen Teilen kam die Lichtbegleitung von Rolf Zavelberg gut zur Geltung: Vom Mischpult aus steuerte er 50 Scheinwerfer an, die im vorderen Kirchenraum verteilt waren und für detailgenaue Schattenwürfe und Reflexionen sorgten.


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