Aufbruch zu einer Seelenreise
Kritik aus: Kölnische Rundschau, 29. Dez. 2006
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Aufbruch zu einer Seelenreise
Weltmusik in der Philharmonie
von Olaf Weiden
Pomp und majestätischer Glanz wird der Trompete gemeinhin angedichtet. Einen Imagewechsel für die Blechbläser besonders in der Weihnachtszeit leitete jetzt Markus Stockhausen in seinem Weihnachtskonzert ein: Unaufdringlich wie ein Knabensopran klingt seine Trompete, Lämmer-sanft dichtet sein Flügelhorn. Es war ein sehr ruhiges und auch beruhigendes Konzert in der für einen Abend mir zeitgenössischer Musik gut besuchten Philharmonie.
Der Name Markus Stockhausen hat auch in der Familientradition einiges geändert: Gilt Karlheinz, der weltberühmte Vater, immer noch bei vielen Musikinteressierten als Bürgerschreck, so hat Markus, einst gefeierter Solist in Vaters musikalischen Diensten, seine Vorliebe für spirituell beseelte Weltmusik durchgesetzt. „Coming Together“, so der neudeutsche Arbeitstitel dieses Konzerts, spielt also auf eine Ideenmixtur unterschiedlicher Kulturen an wie der Titel einer Auftragskomposition an den Kölner Saxofonisten Michael Villmow: „So nah, so fern“.
Villmow nutzte wie die anderen Komponistenkollegen an diesem Abend das Streichquartett der in Köln wirkenden Isländerin Gerdur Gunnarsdóttir für dichtgewobene Soundflächen, in die wechselnde Solisten neue Farben mischen. Der Gitarrist Ferenc Snétberger übertrug seine „Empathie“ zwischen Flamenco und Tango geschmackvoll auf dieses Streichquartett, und auch die Werke wie „Relief“ oder „Miniatur einer Seelenreise“ von Markus Stockhausen vermittelten Sanftmut und Poesie: ein Abend multikultureller Lyrik in Tönen.![]()
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