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Klingende Stille im Kirchenraum

 
Kritik aus: Kölner Rundschau, 15. Aug. 2003


Kölner Rundschau

Klingende Stille im Kirchenraum 

 

Markus Stockhausen und Anders Jormin spielten in Maternuskirche

Südstadt. Einen Abend mit "improvisierter, intuitiver Musik" versprach der Trompeter Markus Stockhausen dem Publikum vor Konzertbeginn. Für diesen Zweck hatte der Sohn des Komponisten Karl-Heinz Stockhausen den schwedischen Kontrabassisten und Musikprofessoren Anders Jormin mitgebracht, mit dem er tags zuvor noch bei den Ruhrfestspielen aufgetreten war.

Das Duo-Konzert in der Maternuskirche war Bestandteil der Reihe "Klingende Stille". Seit Februar 2000 nutzt die "Aktivraum-Agentur" die Klangmöglichkeiten der Kirche für eine Konzertserie, die schon renommierte Musiker wie Mark Nauseef und Manos Tsangaris begrüßen konnte. Veranstalter ist die katholische Südstadtgemeinde, die seit Sommer 2002 zudem mit finanzieller Unterstützung der Stadt Köln gefördert wird. Zavelberg: "Stille ist in unserer lauten und schnelllebigen Zeit ein kostbares Gut. Mit den Mitteln der Kunst und der Musik möchte ich einen Beitrag leisten, dass innere Stille erfahren werden kann.“

Während Markus Stockhausen die Maternuskirche als hervorragenden Resonanzkörper schätzt, nutzt Zavelberg die Architektur für seine von ihm selbst kreierten Lichtinstallationen. Für diejenigen, die sich – nach Zavelbergs Worten – "tiefer auf das Geschehen einlassen möchten", gibt es zwei Stunden vor dem Konzert die Möglichkeit einer Einstimmung zum Mitsingen. Angeleitet von Stockhausen, tauchen dabei unter den Zuhörern immer wieder auch existentielle Lebensfragen auf, für die der Trompeter diesmal einen Zen-Spruch bereit hielt: Die Sinnfragen des Lebens sollen nicht gelöst, sondern aufgelöst werden."

Beim anschließenden rund 75- minütigen Konzert ließ Stockhausen dann nur noch sein Instrument sprechen. Kongenial von Jormin am Kontrabass unterstützt, entlockte Stockhausen seiner Trompete ungewöhnliche Töne. Aufgrund der Akustik innerhalb des Kirchengebäudes blieben die Klänge fast spürbar im Raum stehen, was Stockhausen die Gelegenheit gab, quasi mit sich selbst im Duett zu spielen. (bfh)


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