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Kunst-Stücke

 
Kritik aus: Musenblätter, 1. Febr. 2008


Musenblätter

Kunst-Stücke 

Tanz auf Saiten und Ventilen

von Frank Becker

Ferenc Snétberger und Markus Stockhausen (beide stehen in ihrem 50. Lebensjahr), führen zusammen, was nach Ansicht vieler "eigentlich nicht geht": akustische Gitarre und Trompete, bzw. Flügelhorn. Das tun sie nicht zum ersten Mal, ihre Gemeinsamkeit hat sich längst bewährt. Stockhausen hat der Trompete neue Bedeutung gegeben, ihr das Element der Ruhe geschenkt, der Ungar Snetberger hat dem in seiner Heimat traditionell verwurzelten Temperament der Gitarre epischen Ausgleich hinzugefügt. Das neue gemeinsame Album "Streams", das jetzt bei enja erschienen ist, verschmilzt auf ideale Weise beides: über die Sprache der Instrumente und deren virtuose Beherrschung vermittelt es sowohl ausgleichende Ruhe als auch sprühend fröhliche Stimmung.

Die Verschmelzung beginnt bereits bei der Komposition, denn Snétberger und Stockhausen haben sechs der zehn Stücke gemeinsam geschrieben, zwei temperamentvolle ("Obsession" und "Tonis Zirkus") hat Snétberger hinzugefügt, zwei sanfte ("Suche" und "Rose") Stockhausen. Das Gesamtergebnis ist ein perfektes Album, eine Stunde fröhlicher Versenkung. "Változatok" führt episch und ein wenig mysteriös, mit orientalischen Anklängen, in das Album ein, das durchweg seine Linie behält, dennoch von Stück zu Stück mit klanglichen Überraschungen aufwartet. Snétberger beweist sich mit eleganten Läufen und delikatem Fingerpicking Mal um Mal als brillanter Gitarrist, Meister aller Stile, während Stockhausen im Wechsel mit dem kristallklaren Ton seiner Trompete, die sogar im Studio so klingt wie in einem weiten Kirchenschiff, und mit dem warmen Ton seines Flügelhorns Klangwelten zaubert.

"Xenos" begibt sich auf das Feld der Suche, ein beinahe improvisiert erscheinendes Stück, das für Momente einen nicht genannten Schlagzeuger einführt, "Strawberry Jam" macht Tempo und "Tonis Zirkus", neben "Ear to Ear" mein Lieblingsstück dieses Albums, sorgt für den klangvollen Abschluß, bei dem beide Musiker die Finger auf Saiten und Ventilen förmlich tanzen lassen.

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