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Klangraum über dem Altar

 
Kritik aus: Kölner Stadtanzeiger, 13. Sept. 2004


Kölner Stadtanzeiger

Klangraum über dem Altar 

Markus Stockhausens Konzert mit Fabrizio Ottaviucci und Conny Bauer in St. Maternus in Köln

von von Hans-Jürgen Osterhausen

Die Stille als Anfang und Ende des Klangs, auch als dessen Schutzraum und Feld, in dem er sich entfalten kann, vermittelt seit Anfang des Jahres 2000 der Trompeter Markus Stockhausen mit seiner monatlichen Konzertreihe in der Kölner Kirche St. Maternus. Der Zuhörer wird in den hohen Kirchenraum eingeladen, die Stille in diesem Refugium auch in sich selbst wieder zu entdecken. In den monatlichen Konzerten lotet Stockhausen mit seinen verschiedenen Trompeten und dem sanften Flügelhorn, gelegentlich vom Synthesizer unterstützt, den von ihm auf intuitive Weise verinnerlichten riesigen Raum über dem Altar aus. Er erinnert daran, dass Kirchen gebaut wurden, um mit der Musik das Lob Gottes zu feiern.

In regelmäßigem Wechsel zelebriert Stockhausen, für viele weltweit der Trompeter mit dem schönsten und klarsten Klang, die sich vervielfältigende Wirkung des Kirchenraums entweder allein, oder er lädt versierte Gäste ein. Dieses Mal waren es der italienische Pianist Fabrizio Ottaviucci aus der Nähe von Assisi und der in Berlin lebende Posaunist Conny Bauer. Bauer ist ein Meister in der Bespielung riesiger Klangräume, wie seine Aufnahmen im Völkerschlachtdenkmal in Leipzig oder ganz besonders bereits im leeren Wasserspeicher in der Kölner Südstadt in 1984 gezeigt haben. Als großer Improvisateur wurde er vor wenigen Wochen mit dem SWR Jazzpreis ausgezeichnet. In sich ergänzenden und aufeinander aufbauenden Bildern in freier Improvisation ohne jede vorgegebene Notierung zelebrierten die drei Klangkünstler die Stille des Raums allein und abwechselnd in Duos und Trios voll großartiger Kommunikation.

Stockhausens heller Klang entschwebte in den Himmel, gefolgt von Ottaviuccis Akkordwirbeln. Conny Bauer entfaltete sein hymnisches wie rhythmisch ausgeprägtes mehrstimmiges Spiel auf die ihm eigene, einzigartige Weise. Am 1. Oktober und am 5. Dezember spielt Stockhausen Solo und am 1. November in der Begegnung mit Enrique Diaz und Charlie Mariano.

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