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Musikalische Akzente im rechten Licht

 
Review from: Kölnische Rundschau, 27 Feb 2007


Kölnische Rundschau

Musikalische Akzente im rechten Licht 

Eindrucksvolles Konzert mit Markus Stockhausen und Rolf Zavelberg in St. Maternus

by Clara Walther

Der Schatten des Trompeters zeichnet sich meterhoch an der Kirchenwand ab. Der Altarraum von St. Maternus ist in gleißendes oranges Licht getaucht. Die Decke, die mit goldenen Ornamenten verziert ist, schimmert grünlich. Die Veranstaltungsreihe „Klangvisionen“ fordert Augen und Ohren – und das auf höchstem Niveau.

Trompeter Markus Stockhausen beherrscht sein Handwerk. Als Sohn des Komponisten Karlheinz Stockhausen ist sein musikalisches Talent von Kindesbeinen an geschult worden. Und mittlerweile hat der Kölner auch das Publikum der Mailänder Scala und der Londoner Oper Covent Garden verzaubert.

Nun ist Stockhausen wieder mal in der Maternuskirche aufgetreten. Bei der Veranstaltungsreihe „Klangvisionen“ verlässt sich Stockhausen ganz auf seine Intuition. Noten gibt es nicht. Und Stockhausen versucht das Publikum stets durch eine Musik der Klarheit und der Ruhe für sich zu gewinnen. Untermalt wird die Musik von einem sorgsam durchdachten Beleuchtungskonzept des Lichtkünstlers Rolf Zavelberg.

Wer der Hektik des Alltags entfliehen will, ist bei den „Klangvisionen“ bestens aufgehoben. Die beiden Künstler haben für Konzert und Lichtdarbietung alles Schnelle und Unruhige aus den Räumen der Maternuskirche verbannt. Ganz langsam lässt Zavelberg den Kirchenraum von einer Farbe in eine andere eintauchen. Mit großer Präzision setzt Stockhausen seine musikalischen Akzente. Beide Künstler nutzen ganz bewusst die akustische und optischen Gegebenheiten, die sie in dem Sakralbau vorfinden.

„Wir haben uns in die Maternuskirche als Veranstaltungsort regelrecht verliebt“, erklärt Co-Organisator Gordon Axmann im Vorfeld des Konzerts. „An keinem anderen Ort in Köln wäre unser Konzept genau in dieser Form vorstellbar.“

Tatsächlich nutzt Trompeter Stockhausen den Hall der Kirche geschickt für seine musikalische Improvisation. Immer tiefer dringt die Musik am Ende des Konzerts in die Rundungen des Altarraums ein. Immer länger hallen die einzelnen Töne nach und überlagern sich. So improvisiert der Profi-Musiker nicht nur, sondern greift auch die Akzente auf, die ihm der Raum vorgibt.

18 Euro kostet die Eintrittskarte für die „Klangvisionen“ an der Abendkasse. Etwa 80 Zuschauer haben an der stimmungsvollen Veranstaltung teilgenommen. Die nächste Aufführung wird am Samstag, 24. März [2007], um 20 Uhr in der Maternuskirche stattfinden. Für musikalische Verstärkung ist bereits gesorgt, denn zu diesem Termin wird Stockhausen gemeinsam mit dem Schlagzeuger Christoph Schumacher auftreten.

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