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Auf verschlungenen Pfaden

 
Review from: Rhein-Erft Journal, 30 Aug 2007


Rhein-Erft Journal

Auf verschlungenen Pfaden 

Trompete und Klarinette sorgten für ein ungewöhnliches Klangerlebnis

by Frank-Uwe Orbons

Das Duo Stockhausen-Bouman wanderte in der Liblarer Kirche St. Alban musikalisch zwischen intuitiver, improvisierter und komponierter Musik.

Für das Duo Markus Stockhausen und Tara Bouman war es am Sonntag ein ganz besonderes Konzert. Nicht, weil es in einer Kirche stattfand, sondern weil sich das Liblarer Gotteshaus St. Alban in Stockhausens Heimatstadt Erftstadt befindet, wo er seit 15 Jahren im Ortsteil Scheuren wohnt. Sieben Jahre davon mit seiner Frau Tara Bouman, mit der er seit dem Jahr 2002 als Duo „Moving Sounds“ konzertiert. Nun endlich war der berühmte Trompeter im Erftstädter Musikleben oder vielmehr im Zyklus der Erftstädter Meisterkonzerte angekommen, der vom Kulturkreis Erftstadt ausgerichtet wird.

Von einer Hochzeit am Vortag war die Kirche noch farbenfroh geschmückt. Stockhausen, der zu den internationalen Koryphäen des Jazz beziehungsweise der improvisierten Musik gehört und seit mehreren Jahren eine monatliche Konzertreihe in der Kölner Kirche St. Maternus veranstaltet, ist (auch durch die familiäre Prägung) ein Experte des Raumklangs. Der Beginn, quasi eine Intrada, bei der die beiden Künstler den ganzen Kirchenraum durchschritten, zeigte deutliche Renaissance-Anklänge. Die Kombination von verschiedensten Trompeten und unterschiedlichen Klarinettentypen scheint auf den Ersten Blick unmöglich. Doch der Mischklang wirkte geradezu hypnotisierend. Bereits zwei gleichzeitig erklingende Töne bilden die Eckteile eines Akkords. Gemeinsam beschritten Stockhausen und Bouman verschlungene harmonische Pfade. Es kam eben nicht immer der Akkord, den man erwartete. Das traditionelle Hörmuster wurde klug umgangen. Vielleicht lag darin auch gerade das Entspannende des Abends, der mit einer Spieldauer von 75 Minuten wie im Flug verging.

„Das Programm entsteht beim Spielen“, plauderte Stockhausen wunderbar locker und unprätentiös über die einzelnen Stücke des Konzerts. Titel wie „Karen“, „Andrea“, „Maytime“ oder „Serenade“ bedeuten den Interpreten sicherlich mehr als dem Publikum. Aber einen kurzen Einblick in die Welt der intuitiven Musik, die sich bei Stockhausen noch von der improvisierten unterscheidet, und zwar indem sich der Musiker allein dem Hören, der Fantasie, dem Moment überantwortet und aus seiner Intuition heraus Musik erfindet, gab es zu entdecken. Die üppige Klanglichkeit des Duos, die sich natürlich in einem Kirchenraum besonders gut verbreitet, wurde in so manchem Stück noch um weitere Instrumente erweitert. So gab es etwa einen Gong zu hören, der auf den indischen „Sonnenton“ Cis geeicht war, Schellenkränze an den Füßen und ein groß angelegtes Crescendo-Decrescendo-Stück mit einem solistischen Becken. Der abschließende „Dialog“, das anspruchvollste Stück des Konzerts, verließ den typischen Stockhausen-Klang und begab sich in Bereiche der freien Improvisation. Insgesamt ein durchaus entspannendes Hörvergnügen ohne jeden Anflug von Trivialität.

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Biography:
M. Stockhausen
Tara Bouman

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Concert dates:
M. Stockhausen
Tara Bouman

 


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