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Sanftes Spiel aus Licht und Tönen

 
Review from: Kölnische Rundschau, 19 Feb 2009


Kölnische Rundschau

Sanftes Spiel aus Licht und Tönen 

Auftakt zu den "Klangvisionen 2009" – Stockhausen und Zavelberg in St. Maternus

by Angelika Staub

NEUSTADT-SÜD. Die Leinwand im Altarraum der Pfarrkirche St. Maternus leuchtet blau. Gespannt erwartet das Publikum, was ihnen Trompeter Markus Stockhausen, Sänger Rabih Lahoud, Dimitrios Kokiousis (Percussion) und Rolf Zavelberg (Lichtinszenierung) diesmal präsentieren werden. ln den beiden Seitenschiffen von St. Maternus sind einzelne Arkadenbögen und Säulen ebenfalls in blaues Licht gehüllt. "Nachklang -Ausblick" heißt das erste Konzert in der Reihe "Klangvisionen 2009" von Stockhausen und Freunden.

Der bekannte Trompeter beginnt zunächst mit hörbaren Atemübungen. Ein- und ausatmen – durch sein geliebtes Instrument. Der Atemrhythmus steckt an, er beruhigt. Gedämpftes Licht. Nur ganz allmählich nimmt das Konzert Fahrt auf. Sänger Rabih Lahoud aus dem Libanon setzt ein, Dimitrios Kokousis aus Griechenland nimmt den Rhythmus auf. Das Licht wechselt. Langsam und behutsam wirft es die Schatten des Sängers, des Schlagzeugers und des Trompeters auf die Leinwand – nacheinander, später auch mal gleichzeitig.

Im Chorraum und in den Seitenschiffen bilden sich weitere Schatten – etwa vom Kreuz. Mal beherrscht Rot, mal Gelb die Bildkompositionen von Rolf Zavelberg. Fast ohne es wahrzunehmen, werden die Zuschauer Teilnehmer einer meditativen Reise. Spontan und intuitiv entstehe die Musik, hatten die professionellen Künstler zu Beginn erwähnt.

Basilika mit prägnanter Akustik

Spontan und intuitiv nimmt auch das Licht die Stimmung auf. Das Publikum des ungewöhnlichen Konzertes bleibt allerdings nicht passiv. Mit einer kleinen Geste fordert Markus Stockhausen auf einmal zum Mitmachen auf. Die Zuhörer summen oder singen die vorgegebenen Melodien des Trompeters nach, bis fast fließend die Berufsmusiker im Altarraum wieder übernehmen.

Einen Nachklang und gleichzeitig einen Ausblick sollte die kreative Darbietung bieten: Nachklang zum Philharmonie-Konzert von Stockhausen & Co. im vergangenen Dezember, bei dem das Publikum ebenfalls mitmachen durfte. Und Ausblick auf weitere Konzerte: In Museen, Industriedenkmälern und anderen interessanten Gebäuden sowie drei weitere Veranstaltungen in St. Maternus.

Markus Stockhausen ist in der katholischen Pfarrgemeinde kein Unbekannter. Er fühle sich in St. Maternus willkommen, so der Kölner Musiker. Er schätze außerdem die "einzigartige Akustik" der Basilika, von der sich auch das faszinierte Publikum überzeugte.


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