Lichtinszenierung Fußgängerunterführung

Brühl Mitte

Kunstprojekt Aktivraum Odem

Im Rahmen der Umgestaltung der Ost-West-Achse vom Schlosspark zum Balthasar-Neumann-Platz wurde 2019 auch die neu gestaltete Fußgängerunterführung Brühl Mitte eingeweiht. Für diesen Ort hatte die Stadt Brühl und das Planungsbüro MWM die Lichtkünstler Rolf Zavelberg und Gordon Axmann (von der Aktivraum-Agentur in Köln) um ein Lichtkonzept gebeten, das die Unterführung nachdrücklich verwandelt. Der vielfrequentierte Ort wurde bisher von den Bürgern als Angstraum wahrgenommen, in dem man sich ungerne aufhielt.

Würdigen von Orten

Bereits bei anderen Projekten (wie beispielsweise bei der temperaturgesteuerten Eisenbahnbrücke in Wipperfürth) hatten die beiden Künstler gezeigt, dass sie es verstehen, Räume kraftvoll zu aktivieren und zu würdigen. Ihr Lichtkonzept für Brühl Mitte besteht aus mehreren Elementen, die zusammenwirken:

Licht, das sich anpasst

“In gutem Licht fühlt man sich wohl, ohne dass man es explizit wahrnimmt,” sagt Rolf Zavelberg. Weil sich natürliches Licht ständig ändert (es wird heller, dunkler, ist manchmal sommermorgenwarm oder gleißend kühl), muss sich auch Kunstlicht ständig ändern, da es sonst als störend wahrgenommen wird. Die Künstler erreichen dies mit aktueller LED-Technik und Industriesteuerungsanlage. Was die beiden hierbei auszeichnet ist, dass sie Design und Funktion in Einklang bringen. So entsteht ihre Ästhetik der Stille.

Spielerische Elemente

Das Künstlerduo ging auch das Problem des Angstraums an. Dazu nutzen sie Elemente wie eine eigens entwickelte Plexiglas-Leuchtlinie, in der Licht hin- und her“fließt”. Solch spielerische Elemente ziehen die Aufmerksamkeit auf sich und lenken diese von der früheren Bedrückung ab. Farbänderungen an den Wänden, die über Tageslicht und Bewegungen gesteuert werden, tragen dazu bei, den Fokus der Besucher auf Schönheit und Farbigkeit zu richten.    

Lebendigkeit

Um Bezug auf die Stadt Brühl zu nehmen, haben die Künstler sich den Aspekt der Lebendigkeit herausgenommen. In vier Metallplatten spiegeln sich eine Vielfalt von Farben und Mustern, die nicht nur von den Leuchten stammt; auch die Besucher tragen mit ihrer Kleidung zum Gesamteindruck bei. 

Signalisierungsfunktion

Zavelberg und Axmann nutzen Bewegungsmelder, um die Menschen noch mehr in das Kunstwerk einzubinden. Nähert sich jemand einem Auf- oder Abgang, so ändert sich in diesem Bereich die Farbe von Deckenleuchten und Wandflächen. So kann Bewegung in den schlecht einsehbaren Bereichen klar und frühzeitig erkannt werden.

 

Die verschiedenen Elemente (dynamisches Deckenlicht, verspielte Akzentbeleuchtung, spiegelnde Lebendigkeit und deutliche Signalisierung) ergänzen sich zu einem interaktiven Gesamtkunstwerk, das den Bürgern dient und sich in die vorhandene Stadtgestaltung harmonisch einfügt.

 

Zur Realisierung dieses Projektes haben folgende Gewerbe zusammengearbeitet. Gesamtplanung: Wolfgang Mesenholl (Planungsgruppe MWM), Lichtkunstkonzept: Rolf Zavelberg und Gordon Axmann (Aktivraum-Agentur), Softwareentwicklung: Marco Endreß (Endreß Mess- und Regeltechnik) in Zusammenarbeit mit Aktivraum, Leuchtenbau: Tobias Volk (Wir sind heller), Schlosserarbeiten/ Wandverkleidung: Manfred Hamacher (Gutzeit), Elektroarbeiten: Dieter Anders (Elektro Geuer), Auftraggeber: Stadt Brühl


Derzeit finden in der Unterführung noch Schlosserarbeiten statt. 


Zur Realisierung des Konzeptes läuft auf einer speicher­programmier­baren Industrie­steuerung die Software "Aktivraum Odem", welche in Zusammenarbeit mit Marco Endress (Endreß Mess- und Regeltechnik) entwickelt wurde.

 

Die für die Umsetzung erforderlichen Leuchten und Lichtkunst­objekte wurden eigens für das Projekt nach Aktivraum-Vorgaben hergestellt